Wer hat die Terracotta-Fliese erfunden?

 

Bereits vor 6.000 Jahren haben die Ägypter ihre Häuser aus luftgetrockneten oder  teilweise schon gebrannten Tonziegeln mit glasierten Fliesen mit blauer Kupferlasur geschmückt. Keine drei Millennien später wurden vor dem Glasieren Linien in den Ton geritzt: ein Muster hob sich geheimnisvoll gegen einen andersfarbigen Hintergrund ab. Fliesen aus dieser Zeit weisen Menschenbildnisse, Fabeltiere, symbolische Zeichen und Ornamente auf.

Ein wenig weiter östlich, im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris (heute Türkei, Syrien, Irak) entstanden Keramiken mit weiß-blauen Streifenverzierungen oder Stiftmosaike aus farbigem Stein und Ton, die in den Wandputz gesteckt wurden. Vor 2.600 Jahren erlebte Babylon den Höhepunkt seiner kulturellen Entwicklung, was sich beim Turmbau zu Babel (Etemenanki) in Wandbildern mit großen Motiven aus farbig glasierten Relieffliesen und -ziegeln manifestierte.

 

Gebrannte Erde: Von China über den Orient nach Europa

 

Für die Entwicklung der Lehmfliese ist natürlich auch China, das große Zentrum der Keramik, zu nennen, wo bereits vor mehr als 3.000 Jahren feines, weißes Steingut mit Glasur entstand. Eine neue keramische Tradition mit chinesischen Einflüssen entstand im islamischen Reich (800 – 1000) in Persien mit transparenten Glasuren und Mosaiken aus zerteilten gebrannten Fliesen.

Diese Fliesenkunst gelangte durch den Islam und die Mauren, die dieser Religion anhingen, in die Mittelmeerländer, etwa im 8. Jahrhundert nach Spanien.

In ihrer Baukunst war die Fliese ein Bauelement von überragender Bedeutung, die durch farbenfrohe geometrische Ornamente mit Band und Flechtmuster geprägt waren. In fast allen bürgerlichen und sakralen Bauwerken wurden auch die Sockel verfliest. Ein halbes Jahrtausend später erreichte die Fliesenkunst in Spanien ihre Blüte mit der Alhambra in Granada und dem Alcazar in Sevilla, dem Zentrum für die der Fertigung von Fliesenmosaiken, wo gesägte Stücke zu Mustern zusammengefügt wurden. Als begehrter Ausfuhrartikel kam die spanische Fliese nach Italien, Frankreich, England und Holland. Die Insel Mallorca war Hauptumschlagplatz spanischer Fliesen und bezeichnet noch heute alle farbig glasierten Fliesen “Majolika”.

 

Die Terracotta-Fliese verbreitet sich nach den Kreuzzügen

 

Die mittelalterliche Bodenfliese kam um das Jahr 1000 von Kreuzfahrern aus dem Vorderen Orient zuerst nach Frankreich, wo in Anlehnung an das Mosaik zuerst Schnittwerkfliesen hergestellt wurden. Über herausgearbeitete Figurenreliefs bei Natursteinplatten entwickelten sich verschiedene Techniken zur Herstellung von Relieffliesen. So wurde etwa der Ton in ein Negativmodell eingeknetet und vertiefte Ornamente oft mit Kreide oder Pfeifenton gefüllt. Im Schweizerischen St. Urban entstanden um das Jahr 1250 die ersten Stempelfliesen, da heißt unterschiedlich große Stempel drückten das Negativ des Ornaments hinein.

Nach einem ähnlichen Prinzip entwickelten sich die Ritzfliesen, in die das gewünschte Bild aber nicht in den plastischen Ton hineingestempelt, sondern eingeritzt wurde. Im Mittelalter kristallisierte sich das Quadrat als Standardform für Fliesen heraus und ihre Gestaltung wurde komplexer. Neben die Blumen wie Lilien und Rosen gab es Fabelwesen und zunehmend auch komprimierte Jagd-Szenen oder Bilder aus Geschichten und Sagen, die zur Dekoration verwendet wurden.

 

Italienische Fliesenkunst beeinflusst den ganzen Kontinent

Viele Länder Nordeuropas gerieten durch den Renaissancestil unter italienischen Einfluss. Neben den klassischen quadratischen Formen gab es nun auch das Recht- oder längliche Sechsecke. Die Fliesen wurden sehr kunstvoll mit Tieren und Blüten in satten Farben bemalt.

Bei der Herstellung wurde auf den Scherben eine undurchsichtige Zinnglasur geschmolzen, darauf wurde das Bild gemalt und zu seinem Schutz eine durchsichtige Bleiglasur verwendet. Als Zentrum dieser kunsthandwerklichen Technik bildete sich die italienische Stadt Faencea heraus, ihre Fliesen werden als “Fayence” bezeichnet.

 

Die holländische Fliese

Die Entwicklung der niederländischen Fliesenherstellung beginnt um 1500 in Antwerpen mit starken Einflüssen durch spanische Fayencen mit geometrisch bestimmten Dekoren, maurische Elemente und die Farbigkeit italienischer Fayencekünstler. Anfänglich wurden nur Bodenfliesen hergestellt; später kamen Wandfliesen in Mode. Die Bemalung der Fayencen war anfangs sehr farbenprächtig, nahm aber 100 Jahre später ab und man beschränkte sich auf kobaltblaue Bemalung auf weißen Grund, woraus die so genannten Delfter Fliesen resultieren.

Deren Entwicklung wurde durch die zunehmende Einfuhr von chinesischem Porzellan mit blauem Dekor mitbestimmt, das sich aber im Laufe der Zeit veränderte: Die reinen, streng ornamentalen Muster mit Flechtwerk zum Ende des 16. Jahrhunderts wurden durch weniger ornamentales Dekor in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts ersetzt. Die einfachen Motive auf holländischen Fliesen stellten vor allem das tägliche Leben, die Natur, Geschichten aus dem Theater und Prozessionen dar. Sie funktionieren entweder als Einzelbild oder komplexes Fliesengemälde (Tableaus) und wurden für den Einsatz als Hausschilder, Dekoration und Werbestücke immer weiterentwickelt.

 

Industrialisierung verdrängt die handwerkliche Fliesenkunst

Mit dem Beginn der Industrierevolution verbesserte sich auch die Fliesenherstellung. So wurden bereits im Jahr 1750 im englischen Liverpool Fliesen mit Abziehbildern bedruckt. Von den „Liverpool Printed Tiles“ gibt es mehr als 150 verschiedene Muster, die Anthony Ray in seinem gleichnamigen Buch dokumentiert hat.

1840 leitete die Erfindung der Trockenpresse den Niedergang der handwerklichen Fliesenproduktion ein.Vor inzwischen fast 30 Jahren haben wir die alte Tradition wieder aufleben lassen und produzieren seitdem handgeformte Fliesen für Boden und Wand aus Lehm, dem ältesten, natürlichsten und gesündesten Baustoff der Menschheit.

 

 


 

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