Herstellung 2017-07-03T12:00:24+00:00

Terracotta-Fliesen – Material und Herstellung

Was genau sind Terracotta-Fliesen?

Der Begriff Terracotta – in Deutschland manchmal auch Terrakotta – kommt ursprünglich aus dem Italienischen und bedeutet „gebrannte Erde“. Dabei handelt es sich in der Regel meist um unglasierte Erzeugnisse (ohne behandelte Oberfläche) aus Lehm oder Ton, die dann für Vasen und Töpfe oder auch als Baustoff verwendet werden. Beispielsweise in Form von Dachziegeln, Fassadensteinen, Bordüren oder als Fliesen für Wände und Böden im Innen- und Außenbereich. Bekannt ist Terracotta neben seinen natürlichen baubiologischen Eigenschaften auch für seine charakteristischen warmen rötlich-braunen Farbtöne, die heute fast immer direkt mit „mediterran“ in Verbindung gebracht werden.

Terracotta Fliesen herstellung
Orange-warmer Cotto-Boden

Terracotta – gebrannter Lehm, Ton oder doch Keramik?

Oft wird im Zusammenhang von Terracotta auch von Lehm, Ton und Keramik gesprochen. Doch was ist Unterschied?

Im Grunde unterscheiden sich Lehm und Ton vor allem durch ihren Reinheitsgrad. Das bedeutet: Lehm ist naturbelasseneres Erdreich und enthält somit mehr Verunreinigungen, die in diesem Fall aber lebendiger und ursprünglicher wirken. Ton ist reiner und hat einen höheren Anteil an Mineralien. Dadurch wirkt er feiner. Das macht Ton, aber auch viel fleckempfindlicher. Vor allem dann, wenn es sich um industriell erzeugten Ton handelt.

Einfach gesagt, ist der Eisenanteil in der Erde für die Farbgebung von Terracotta ausschlaggebend. Je nach Anteil wird die gebrannte Erde dann gelblich, orange, rötlich, braun, grau oder dunkel.

Lehm und Ton werden dann zu „terra cotta“ gebrannt. Beide sind also umweltfreundliche Naturmaterialien. Keramik ist heute ein weit gefasster Begriff. Stark vereinfacht kann man hier von einem natürlichen Ton-Erzeugnis sprechen, das zunächst geformt und dann unter hoher Temperatureinwirkung gebrannt wird. Daher wird Keramik auch oft in Zusammenhang mit Terracotta-Fliesen gebracht.

Cotto oder Terracotta? Was ist der Unterschied?

Oft ist auch von Cotto, Cotto-Platten, Cotto-Fliesen, Cotto-Böden die Rede. Auch Cotto bedeutet „gebrannt“. Während Terracotta oft allgemein für Fliesen, die in allen Erdteilen hergestellt werden steht, ist Cotto besonders eng mit in Italien produziertem Terracotta verknüpft. Gerade um Florenz und Siena werden seit jeher besonders hochwertige und robuste Terracotta-Fliesen hergestellt.

Terracotta-Fliesen Herstellung
Cotto-Fliesen kommen ursprünglich aus der Gegend um Siena (Foto: Phillip Capper)

Wie werden Terracotta-Fliesen hergestellt?

Ausschlaggebend für Farbgebung und Qualität und damit auch für die Eigenschaften der Terracotta-Fliese ist die Lehmmischung selbst. Über Beimischungen können die Cotto-Böden besonders resistent gegen Wind & Wetter gemacht werden sowie in ihren Farbgebungen variiert werden.

Besonders hochwertige Cotto-Fliesen werden von Hand hergestellt. Dabei wird die Lehmmischung in Holzrähmchen gegeben und überstehender Ton von Hand oder einem Stück Holz abgestrichen. Anschließend werden die Rohlinge (sog. „Grünlinge“) traditionell in der Sonne getrocknet. Dann werden die Fliesen im Ofen bei Temperaturen von ca. 1000 bis zu 1400 °C gebrannt.

Verschiedene Brenntechniken können die Eigenschaften der Cotto-Böden ebenfalls noch weiter beeinflussen.

0 °C
Die Brenntemperatur kann bis zu 1400 °C betragen.
Produktion von Terracotta-Fliesen im Brennofen
Terracotta-Brennofen: Hier wird bei bis zu 1400 Grad gebrannt

Einblick in eine Terracotta-Manufaktur

Im Video wird gezeigt, wie der handgeformt-Fliesenmanufaktur in Málaga in nur einer Minute eine typische Terracotta-Fliese entsteht. Das Herstellungsverfahren wurde handwerklich über Jahrzehnte von der Manufaktur verfeinert. Mischung, Formung und Brennverfahren prägen die spätere Fliesenqualität und ihr charakteristisches Aussehen.

So entsteht eine Terracotta-Fliese:

  • Lehmmischung in Holzform geben
  • Abziehen der Fliese mit einem Holzbrett
  • Die Stufenrundung („Nase“) wird extrafein nachgeglättet
  • Brett gelegentlich mit Wasser abwaschen, um kleben zu vermeiden
  • Danach: Brennen im „Hoffmannschen Ringofen“ für mehrere Tage bei einer Temperatur von bis zu 1400 °C

Das Ergebnis:

Eine belastbare, wetterfeste Naturfliese mit orange-rötlichem bis dunklem oder grauem Farbton und rauher, feiner oder glatter Struktur – je nach Mischung und Verfahren. Dabei gleicht – typisch für Naturprodukte – kaum eine Fliese der anderen.

Manufaktur-Videos

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